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Kreis Böblingen

Illegale Altkleidercontainer sollen verschwinden

Februar 12, 2013
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Jetzt gibt es keinen Schmu mehr mit den Altkleidern. Container auf dem Grundstück, Eimervon obskuren Hilfsorganisationen vor der Haustür – damit soll es jetzt vorbei sein. Der erste, offizielle saubere Altkleidercontainer wurde jetzt auf dem Wertstoffhof Böblingen-Hulb eingeweiht.

Abfallwirtschaftschef Wolf Eisenmann und DRK-Kreisverbandspräsident Michael Steindorfner brachten den ersten Aufkleber mit dem gemeinsamen Logo an. Eisenmann: „Wir arbeiten jetzt Hand in Hand mit dem DRK und können eine verlässliche Sammlung anbieten.“ DRK-Präsident Steindorfner: „Wir können weiterhin unsere gemeinnützigen Aufgaben finanzieren.“

Die Klebe-Aktion ist das vorläufige Ende eines Streits um die Altkleider-Sammlung. Bisher hatte der DRK die Container aufgestellt. Doch immer mehr andere Firmen stellten auch Einwurfbehälter auf – teilweise mit vorgetäuschtem sozialen Zweck. Kein Wunder bei Preisen von 350 Euro pro Tonne, die auf dem Markt dafür zu erzielen sind. Im Oktober hatten schon 20 gewerbliche Altkleidersammler den Antrag gestellt, im Landkreis in Zukunft zu sammeln. Die Frage für den Landkreis damals: Machen wir eine zentrale Sammlung und unterbinden das? Und was ist mit dem DRK?

Der Landkreis hatte sich deshalb dafür ausgesprochen, nur noch eine einheitliche Altkleidersammlung zuzulassen. Dabei gab es Streit um das Geld. Der Abfallwirtschaftsbetrieb wollte dem Deutschen Roten Kreuz nur 250 Euro Miete pro Container bezahlen. Das wären jährlich 20500 Euro. Laut Steindorfner hatte das DRK jährlich im Durchschnitt 82 000 Gewinn gemacht.

Eisenmann hatte sich dann im Gespräch vom DRK die Zahlen präsentieren lassen. Ergebnis: Durchschnittlich kassiert die gemeinnützige Organisation 40 000 Euro durch seine Sammlungen durch die Ortsvereine. Und die sind weiter erlaubt. Dazu wurde die Miete für die Container ans DRK erhöht, so dass sie jetzt jährlich gut 70 000 Euro erwarten können.

Und die illegalen Sammler haben keine Chance mehr. Bis Ende Februar will der Abfallwirtschaftsbetrieb alle Container kontrollieren. Wer bis dorthin noch einen illegalen aufgestellt hat, muss mit Strafen rechnen. Auch die Eimer-Sammlung vor der Tür ist dann verboten. Landkreissprecher Dusan Minic: „Alle Altkleidersammlungen müssen vom Landkreis genehmigt werden. Dabei bekommen nur karikative Sammler wie DRK-Ortsvereine oder andere wirklich gemeinnützige Organisationen die Genehmigung.“

Eisenmann: „Diese Sammlungen vor Ort helfen den Kleiderkammern. In denen finden viele  gut erhaltene Stücke neue Besitzer – vor allem für Bedürftige eine unerlässliche Hilfe.“

Und wer einen illegalen Altkleider- oder Schuheimer bzw. Container entdeckt oder sich nicht sicher ist, der kann sich beim Mülltelefon schlau fragen. Die Telefonnummer: 07031-6631550.

Die Altkleidercontainer werden übrigens an gut 150 Stellen im ganzen Kreis aufgestellt. Dazu kann man seine Schuhe und Klamotten auch bei den 31 Wertstoffhöfen abgeben.

Autor: 
Jürgen Lück